Seit 1997 kein tödlicher Unfall mehr

Sicherer im Straßenverkehr: 1000 Viertklässler üben für den Fahrradführerschein

Prüfung
Im Verkehrsgarten der Hans-Herrmann-Schule üben die Viertklässler für die Fahrradprüfung

Regensburg (mak) "Ein bisschen unsicher bin ich noch", sagt Melanie, und ihre Klassenkameradin stimmt ihr zu: "Eben ob wir auf der Straße alles richtig machen." Eine Hürde haben die Zehnjährigen schon genommen: Nach ausführlichem Büffeln und Üben halten sie ihren Fahrradführerschein in den Händen. Damit dürfen die Schüler ab heute ganz offiziell durch die Straßen radeln.

Mehr als 1000 Schüler werden dieses Jahr wieder in der Jugendverkehrsschule fit für den Straßenverkehr gemacht. Polizeidirektor Rudolf Kraus und Oberstaatsanwalt Johann Plöd als stellvertretender Vorsitzender der Verkehrswacht gratulierten gestern stellvertretend den Viertklässlern der Hans-Herrmann-Schule.

Dankgeschenk der Schüler

Kraus bat die Schüler ihr Wissen nicht zu vergessen und entsprechend anzuwenden. "Lasst euch nicht von falschen Vorbildern lenken". Oberstaatsanwalt Plöd outete sich als "leidenschaftlicher Radfahrer" und erinnerte an die Helmpflicht. Anschließend nahmen die Schüler Fahrradausweise, Wimpel und Aufkleber, gesponsert von einer Krankenkasse, in Empfang.

Den theoretischen Teil hatten die Kinder mit ihren Lehrern gepaukt. Zum Abschluss mussten sie einen Testbogen ausfüllen. Für die praktische Prüfung hatten sie mit Ausbilder Oberkommissar Josef Bachmeier im Verkehrsgarten der Hans-Herrmann-Schule geübt. "Das hat Spaß gemacht", waren sich die Viertklässler einig. "Am urigsten war's im strömenden Regen", fügte Steffen hinzu.

Gratulation
Oberkommissar Josef Bachmaier, Toni Grünberg Wolff von der AOK und Oberstaatsanwalt Johann Plöd (von links) gratulieren den Viertklässlern der Hans-Herrmann-Schule zum bestandenen Fahrradführerschein.
(Fotos: altrofoto.de)

Mit Kollegin Melanie aus der Parallelklasse überreichte er Bachmaier ein Dankesgeschenk: einen Fahrradhelm, gespickt mit selbst gemalten Verkehrszeichen und Fotos der Schüler. "Für die tolle Ausbildung", erklärte der Viertklässler unter Applaus der Mitschüler.

Im vergangenen Jahr hatten die Verkehrserzieher der Polizei im gesamten Direktionsbereich mit rund 6600 Kindern gearbeitet, so Polizeisprecher Michael Rebele. Davon hätten annähernd 96 Prozent die Fahrradprüfung auf Anhieb bestanden. Dies zeuge vom Ehrgeiz und Engagement der Schüler, Lehrer und Polizisten.

Die Schulungen scheinen sich positiv auszuwirken. Seit 1997 ist im Breich der Polizeidirektion Regensburg kein Schulkind mehr im Straßenverkehr umgekommen, wie Polizeidirektor Kraus verkündete. Im vergangeneren Jahr seien zwar elf Schüler bei Unfällen verletzt worden, räumte Rebele ein. In acht Fällen seien allerdings die Auto- oder Motorradfahrer die Verursacher gewesen.

Quelle: MZ, 03.05.2005
Stand: 01.01.2011 22:00
HHGS
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