Eine Städtefreundschaft, bei der es auch mal funkt

EUROPA Marie Claude aus Clermont-Ferrand und Jürgen aus Regensburg verdanken der Städtepartnerschaft eine deutsch-französische Romanze, die andauert.

REGENSBURG. Am 12. Mai 1969 hatten Bürgermeister Gabriel Montpied und Oberbürgermeister Rudolf Schlichtinger ihre Unterschrift auf die Partnerschaftsurkunde gesetzt. Höhepunkt der Feier zum vierzigjährigen Jubiläum bildete der Festakt im Reichssaal mit der Verleihung des Städtepartnerschaftspreises an die Rektorin der Hans-Hermann-Grundschule, Arlet Wills.

In seinem Grußwort betonte Oberbürgermeister Hans Schaidinger, dass "kommunale Partnerschaften ein unverzichtbares Instrument der Zusammenarbeit in Europa sind". Gerade die unzähligen Kontakte zwischen den Universitäten, Schulen und Vereinen, aber auch die Aktivitäten der Jugendämter und der Deutsch-französischen Gesellschaft hätten dazu beigetragen, dass sich die Partnerschaft zwischen Regensburg und Clermont-Ferrand zu einer "warmherzigen Freundschaft" entwickelt hätte - eine "echte Erfolgsgeschichte", stellte Schaidinger heraus. Auch der stellvertretende französische Generalkonsul Guillaume der Kerdrel und der Oberbürgermeister von Clermont-Ferrand, Serge Godard, unterstrichen die Bedeutung des direkten Austauschs zwischen den Bürgern. Schüler der Hans-Hermann-Grundschule präsentierten unter Leitung ihrer Rektorin Arlet Wills ein französisches Theaterstück. Arlet Wills zeichnet maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Hans-Hermann-Schule Französisch-Unterricht anbietet - für dieses Engagement verlieh der Oberbürgermeister der Rektorin den Städtepartnerschaftspreis.

Welche Perspektiven den Hans-Hermann-Schülern einmal offen stehen, zeigten Studenten des an den Unis Regensburg und Clermont-Ferrand beheimateten Doppelstudiengangs "Deutsch-französische Studien". Jeweils ein Jahr verbringen die Studenten an der Uni im Nachbarland. Mats Goch und Amelie Astoury präsentierten Videobotschaften an ihre Kommilitonen aus der Partnerstadt, die sie trotz Prüfungsstress erstellt haben, um schon vor dem gemeinsamen Uni-Jahr "etwas voneinander zu haben".

Wie aus einer Freundschaft über die Landesgrenzen hinweg lange vor dem E-Mail-Zeitalter Liebe entstehen konnte, berichteten Marie-Claude und Jürgen Kowalewski bei der Präsentation der Deutsch-französischen Jugendarbeit. Seit mehreren Jahrzehnten treffen sich im Rahmen von Ferienfreizeiten junge Leute zu Kanutouren, Campen und Kauderwelschen am Regen oder am Alliers. In den 80er-Jahren begleitete Marie-Claude als Betreuerin französische Jugendliche nach Regensburg, lernte dort ihren Mann Jürgen kennen. "Vor 22 Jahren haben wir in Südfrankreich Hochzeit gefeiert", erzählte das Ehepaar aus dem Landkreis. Die drei Kinder sprechen - bien sur (selbstverständlich) - ebenso gut deutsch wie französisch. (mjr)

Tanz
Kinder der Hans-Herrmann-Hauptschule führten ein Theaterstück auf. (Fotos: altrofoto.de)
Wills Gäste
Arlet Wills und OB Schaidinger Die Stadtväter Hans Schaidinger und Serge Godard in der ersten Reihe
Quelle: MZ, 18.05.2009
Stand: 01.01.2011 22:00
HHGS
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